Wildbiene des Jahres

Die Gelbbindige Furchenbiene ist Wildbiene des Jahres 2018!

Die Gelbbinden Furchenbiene (Halictus scabiosae) gesichtet in Rodgau in Hessen
Quelle: www.naturgucker.de, Foto von Birgit Emig

Beim Blütenbesuch sind die Weibchen der Gelbbindigen Furchenbiene (Halictus scabiosae) mit ihren rund 14 Millimetern Körpergröße und den markanten ockergelben Querstreifen auf dem Hinterleib kaum zu übersehen. Die etwa gleich großen Männchen sind schlanker und tragen sehr lange schwarze Fühler.

Man findet die Wildbiene des Jahres 2018 regelmäßig an den Blüten von Korbblütlern, also etwa bei Flockenblumen oder Ferkelkraut und häufig an Disteln. Die Weibchen von Halictus scabiosae erscheinen ab Ende April, die Männchen im Juni. Gelbbindige Furchenbienen sind noch bis weit in den September hinein zu beobachten, sie besuchen auch gerne blütenreiche Gärten.

Die Brutvorsorge funktioniert grundlegend anders als bei den typischen anderen Solitärbienen. Während dort jedes Weibchen jeweils allein ein Nest versorgt, praktizieren Gelbbindige Furchenbienen eine sozialere Lebensweise mit zeitweiser Teamarbeit.

Arbeitsteilung im Frühjahr

Mehrere begattete Weibchen überwintern in ihrem Geburtsnest und bilden im Frühling Weibchen-Gemeinschaften. Das größte Tier übernimmt die Funktion der Königin, bleibt im Erdnest und legt als einziges Weibchen Eier. Die übrigen Weibchen sammeln Pollen und Nektar als Vorräte für die Brutzellen. In jeder Zelle legt die Königin ein Ei ab. Sie bewacht auch das Nest, während die restlichen Bienen der Gemeinschaft als Arbeiterinnen Nahrung sammeln.

Kurz bevor der Nachwuchs der Königin schlüpft, ist es mit dem Gemeinschaftsleben aber vorbei. Die Königin vertreibt die anderen Weibchen, die daraufhin selbst Gänge in die Erde graben oder sich in den Höhlen anderer Arten einnisten, um schließlich selbst Nachwuchs heranzuziehen.

Profiteur des Klimawandels

Die Gelbbindige Furchenbiene hat ihren ursprünglichen Verbreitungsschwerpunkt im westlichen Mittelmeerraum. Bis in die 1990er Jahre kamen sie nur in Süddeutschland vor. In Baden-Württemberg lag ihre Hauptverbreitung am südlichen Oberrhein. In den folgenden Jahren hat sich die Art immer weiter nach Norden und zudem in den Mittelgebirgen in höhere Lagen ausgebreitet. Die Gelbbindige Furchenbiene gilt als Indikator für das sich kontinuierlich erwärmende Klima, das zunehmend für trocken-warme Lebensräume auch in nördlichen und vormals kühleren Regionen sorgt.

Die Wildbiene des Jahres 2018 ist derzeit nicht akut gefährdet. Sie ist allerdings auf ein vielfältiges Angebot an Nahrungspflanzen angewiesen. Der aktuelle Schwund an Blüten sowohl in der (Agrar-)Landschaft als auch in den Siedlungen birgt ein hohes Gefährdungsrisiko. Der Erhalt von blumenreichen Wiesen und Wegrändern, wie auch die Neuanlage von Blühflächen aus heimischen Wildpflanzen helfen nicht nur der Gelbbindigen

Die kleine Wildbienenkunde

Bienenstich, Bienenwachs, Honig und Biene Maja: Die Honigbiene kennt jedes Kind. Aber in Deutschland leben auch über 560 verschiedene Wildbienenarten, die wilden Verwandten der Honigbiene. Dazu gehören die Hummeln, Pelz-, Zottel-,Sand- und Seidenbienen und eine Vielzahl von kleinen und unscheinbaren Arten, die man leicht mit Fliegen oder Wespen verwechseln kann.

So groß die Vielfalt unter den Wildbienenarten auch ist, eins haben sie gemeinsam: die Vorliebe für Blüten. Als Blütenbestäuber haben Sie einen riesigen Wert für den Menschen und die Natur.

Von den 560 Wildbienenarten in Deutschland stehen bereits über die Hälfte auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Mehr als 30 Arten sind sogar vom Aussterben bedroht. Schuld daran ist vor allem der Mensch.

Was kann ich persönlich tun?

Nisthilfen für Wildbienen bauen

Von Nisthilfen im Garten oder auf dem Balkon profitieren etwa 40 verschiedene Wildbienenarten. Je vielfältiger das Angebot an Nistmöglichkeiten ist, desto größer ist die Chance, dass sich verschiedene Arten bei Ihnen ansiedeln.

Wildpflanzen für Wildbienen

Blütenbesuchende Insekten sind vom frühen Frühjahr bis zum späten Herbst aktiv. Doch nicht immer finden sie in dieser Zeit geeignete Blüten. Unterstützen Sie die Bienen mit heimischen Wildpflanzen in Ihrem Garten.

http://www.bund.net/themen_und_projekte/aktion_wildbienen/was_kann_ich_tun/tipps_fuer_den_garten/

Gärtnern ohne Gift

Es geht auch ohne Monsanto und Bayer. Verzichten Sie im Garten auf die Giftspritze! Pestizide vernichten die vielen empfindlichen “Nützlinge”, sie reichern sich in der Nahrungskette an und schädigen Bodenorganismen. Aber zum Glück gibt es Alternativen zur chemischen Keule.