Vereinsdetails

Am 31. März 1940 trafen sich in Sprendlingen im Gasthof Herrnbrod, Hauptstraße 33, 19 Imker – 7 aus Sprendlingen, 6 aus Neu-Isenburg, 4 aus Buchschlag, 2 aus Dreieichenhain – und gründeten den „Bienenzuchtverein Dreieich“.

Gruppenfoto der ersten Mitglieder 1948
Gruppenfoto der ersten Mitglieder 1948

Die Gründung fiel in die Kriegszeit, in der zahlreiche Imker nicht daheim waren. Die meisten Gründungs-Mitglieder waren zuvor im Frankfurter Verein. Hier gab es bei der Bienenzucker-Belieferung Schwierigkeiten. Auch war der Weg zu den Versammlungen weit, zumal als Verkehrsmittel meist das Fahrrad benutzt wurde. Der Name „Bienenzuchtverein Dreieich“ leitete sich vom regionalen Namen „Wildbann Dreieich“ ab.

Zum Ersten Vorsitzenden des neuen Bienenzuchtvereins Dreieich wurde der Postbeamte Karl Wiesner aus Sprendlingen gewählt, der bis zu seinem Tode am 08. August 1970 den Verein führte.

Schriftführer war Herr Schäflein aus Dreieichenhain, Rechner Herr Wilhelm Leonhardt, genannt „Bee Hellm“, aus Sprendlingen. Dieser wurde gleichzeitig auch Obmann für die Königinnenzucht.

Herr Lippold aus Sprendlingen wurde zum Obmann für Bienenweide benannt.

Ende 1940 hatte der Verein bereits 41 Mitglieder. Es herrschte eine lebhafte Versammlungstätigkeit. Durch die Kriegseinwirkungen wurden von 1943 bis Ende 1945 keine Versammlungen mehr abgehalten.

Belegstelle " Koberstadt"
Belegstelle “ Koberstadt“

1949 gab es in Sprendlingen 20 Imker in Neu-Isenburg 22, in Buchschlag 9, in Dreieich und Götzenhain ebenfalls 9 Imker.

Im Sommer 1949 mussten aus Buchschlag und teilweise auch aus Sprendlingen die Bienenvölker evakuiert werden, da die Amerikaner wegen der Mückenplage eine Spritzung mit Insektengift vornahmen.

Ab 1962 musste jedes Bienenvolk auf Tracheen-Milben untersucht werden. Jede Einfuhr von Bienen nach Hessen war verboten. Die Milbe setzt sich in der Luftröhre der Biene fest. Die befallenen Völker sind allgemein sehr unruhig und fliegen auch bei schlechtem Wetter.

Ab 1967 gab es keinen verbilligten Zucker mehr. Es wurde den Imkern Zucker mit Eisenoxyd geliefert, damit dieser nicht zum häuslichen Gebrauch verwendet werden konnte. Zum Preis von 100, — DM pro hundert Kilogramm. Die Imker waren über den Zusatz von Eisenoxyd sehr verärgert.

1979 Jahreshauptversammlung in Sprendlingen mit 39 Mitgliedern. Am 22.04.1979 wurde beim Stand des Imkerfreundes Englert in Langen die ersten Varroa-Milben festgestellt.

Ab Herbst mussten die Bienenseuchen-Sachverständigen Schwerstarbeit leisten. Es gab Fläschchen mit einem Docht, durch den die Ameisensäure, die zur Bekämpfung der Milbe angewendet wurde, entweichen sollte. Es war fast nicht zu schaffen. Bei einigen Völkern wurde eine geringe Anzahl von Milben gefunden. In den nächsten Jahren konnten die Imker selbst die Behandlung vornehmen.

1988 In den zurück liegenden Jahren wurden zahlreiche Versuche zur Bekämpfung der Varroa-Milbe gemacht. Besonders Ameisensäure fand dabei großen Zuspruch. Es gab aber auch das K79, Volpex, Perizin, Krämerplatten und vieles Andere. Eine vollständige Vernichtung der Milbe war bisher nicht möglich. Die Arbeit an den Bienen hat sich dadurch verdoppelt und es gab immer wieder große Völkerverluste.

1996 Jahreshauptversammlung. Es gab keinerlei Veränderungen im Vorstand. Am 23.02.1996: unser „Bienenvater“ Michler verstorben. Wir werden ihm stets in Ehren gedenken. Seine Imkerei bleibt nicht verwaist, Norbert Zankl, der Ehemann von Michlers Enkelin, tritt in seine Fußstapfen.

Am 15.06.1996 fuhr eine kleine Gruppe zum Bienen-Institut nach Oberursel. Es war sehr lehrreich.

2005 Erich Lill kündigt seine letzte Vorstands-Periode an. Am 08.03. nahmen 13 Mitglieder an der Kreisversammlung in Langen teil. Gastredner war Herr Liebig.

Es fanden drei Standschauen statt, beim Obst- und Gartenverein in Sprendlingen, bei Erwin Böhm und Norbert Zankel.

Im Juni beteiligten wir uns an der Ausstellung des Obst- und Gartenbauvereins in Sprendlingen. Am 25.09. nahmen wir an der 90Jahr-Feier des Obst- und Gartenbauvereins Götzenhain teil, am 03.10. am Stadtfest in Sprendlingen. Herr Breckner ist neues Mitglied. Die Mitglieder Hoiden und Vossberg sind verstorben.

2010 In der Jahreshauptversammlung wird die Satzung festgelegt und einstimmig genehmigt. Es blieb bei der Bezeichnung „Bienenzuchtverein Dreieich e.V.“ statt Imkerverein. Die Höhe des Ortsbeitrages wurde von 5,- Euro auf 12,- Euro festgelegt. Dieter Hanke wurde zum Bienenseuchen-Sachverständigen benannt und gleichzeitig als Zuchtwart für den ausgeschiedenen Erwin Böhm gewählt, der Verein hatte 32 Mitglieder.

Es wird zum ersten Mal eine Probeimker-Aktion durchgeführt mit sehr guter Resonanz.

Vereinssatzung

„Was zwischen Blütenbesuch und Honiggenuss liegt, das bleibt dem Menschen verborgen. Nur der Imker, der die Bienen betreut, hat das einzigartige Privileg, in diesen Kosmos der Bienen eindringen zu dürfen“
( aus „ der Mensch und die Bienen von M. Weiler )
Auszug aus der Vereinssatzung:
§ 2 Zweck des Vereins

Der Verein fördert den Natur- und Landschaftsschutz, indem sich seine Mitglieder für die flächendeckende Verbreitung der Honigbiene einsetzen. Die Versorgung der Landschaft mit Bienenvölkern trägt maßgeblich zur Bestäubung der Wild- und Kulturpflanzen bei. Die Blütenbestäubung dieser Pflanzen durch Insekten, insbesondere durch die Honigbiene, ist Grundlage für die Entwicklung und Erhaltung des Artenreichtums in der Pflanzenwelt; die Früchte- und Samenbildung nach der Bestäubung sichert eine reichhaltige und natürliche Versorgung der Tiere und eine Verbesserung der Erträge in Landwirtschaft und Obstbau. Der Verein verfolgt diese Ziele auch durch Werbung, Ausbildung und Betreuung von Imkerinnen und Imkern.

Der Verein unterstützt seine Mitglieder, die als Halter und Schützer der Honigbiene tätig sind, durch Lehr- und Vortragsveranstaltungen, durch Aussprachen bei Versammlungen und Fachgespräche am Bienenstand, durch Lehrbeauftragte des Landesverbandes u.a.m. Er vertritt die Interessen seiner Mitglieder in der Öffentlichkeit und bei Behörden. Der Verein soll eng mit anderen Ortsvereinen und Interessengruppen zusammenarbeiten, z.B. Obst- und Gartenbauverein, Bund für Vogelschutz, Ameisenschutzwarte, BUND usw. Der Imker als Halter und Schützer der Honigbiene leistet durch seine Tätigkeit einen maßgeblichen Beitrag zum Schutze der Natur und der Landwirtschaft.